Hernienchirurgie
Bauchwandhernie
Der Leistenbruch
Im Bereich der beiden Leisten besteht bei Mann und Frau ein Kanal. Beim Mann läuft darin der Samenstrang bei der Frau das Mutterband. Durch eine Schwächung der Bauchmuskulatur und der Faszien entsteht der Bruch. Man bemerkt eine Beule im Bereich der Leiste. Diese kann symptomlos oder schmerzhaft sein. Als Komplikation kann es zu einer Einklemmung von Teilen der Baucheingeweide kommen. Dies ist ein Notfall und muss unverzüglich behandelt werden!
Der Leistenbruch wird durch die Erhebung der Anamnese (Befragung), eine Untersuchung und eine ergänzende Ultraschalluntersuchung diagnostiziert.
Die Behandlung des Leistenbruch besteht in der Operation, bei der die Lücke in der Bauchwand beseitigt wird und gegebenenfalls ein Kunststoffnetz zur Verstärkung mit eingebracht wird. Beschwerdefreie kleine Brüche müssen nicht immer operiert werden. Hier ist eine klinische Kontrolle ein sogenanntes „watchful waiting“ mgl.
Als Operationsverfahren stehen sogenannte offene und endoskopische Verfahren zur Verfügung. Für die ambulante Versorgung eignen sich besonders die offenen Verfahren. Hier erfolgt der Zugang mit einem kleinen querverlaufenden Hautschnitt von 4-5 cm im Bereich der Unterbauchfalte oder Leiste, der sogenannten mini open Technik. Als Operationsverfahren stehen mehrere Möglichkeiten mit und ohne Netz zur Verfügung. Das Operationsverfahren wird auf den Patienten abgestimmt. Das nennt man den „tailored surgery“ die maßgeschneiderte Chirurgie.
Alle offenen Verfahren können ambulant oder kurzzeitstationär durchgeführt werden. Ob eine ambulante Operation möglich ist hängt von den Begleiterkrankungen und den sich daraus ergebenen Risikofaktoren ab. Eine Arbeitsunfähigkeit besteht nach der Operation für 2-3 Wochen.
Der Nabelbruch
Im Bereich des Bauchnabels kann es zu einer Lücke im Bereich der festen Schichten der Bauchdecke (Faszien) kommen. Das Profil des Nabels ändert sich man sieht eine Schwellung im Nabelbereich. Dieses ist oft beschwerdefrei, kann aber auch mit Schmerzen einhergehen. Eine schmerzhafte Einklemmung ist wie beim Leistenbruch ein Notfall und muss unverzüglich behandelt werden!
Die Diagnostik des Nabelbruch umfasst die Anamnese (Befragung), Untersuchung und eine Ultraschalldiagnostik.
Die Therapie des Nabelbruch besteht wie beim Leistenbruch im Verschluß der Bruchlücke durch eine Operation. Bei kleinen beschwerdefreien Nabelbrüchen besteht die Möglichkeit des abwartenden Beobachtens.
Als Operationsverfahren stehen sogenannte offene und endoskopische Verfahren zur Verfügung. In der Leitlinie zur Operation von Bauchwandhernien wird bei kleinen bis mittelgroßen Brüchen die offene Operation empfohlen. Diese können häufig ambulant durchgeführt werden. Hierbei erfolgt ein halbmondförmiger Hautschnitt von 4-5 cm unterhalb des Nabels. Kleine Brüche können durch eine Naht verschlossen werden. Bei größeren Hernien wird die Naht mit einem Kunststoffnetz verstärkt.
Die Nachbehandlung entspricht dem des Leistenbruchs.
